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Henning Tripp

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Autobiografie

 

Kapitel:  -1-  -2-  -3-  -4-  -5-  -6-

 

Vorwort:

 

Finden Sie nicht auch, dass mein Chef sich jetzt genügend Zeit gelassen hat, mit der lange angekündigten Biografie anzufangen?! Ich kann ja leider nicht schreiben und bin somit auf seine Hilfe als Ghostwriter angewiesen. Da bekanntlich spät besser ist als nie, freue ich mich jetzt, dass es endlich los geht, wenn auch erst mal nur mit dem 1. Kapitel:

 

 

1. Kapitel (Aufzucht):

 

Geboren wurde ich am 27.04.1996 bei Herbert Werth in Duisburg. An meine ersten Kindheitstage kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern. Ich weiß nur, dass ich eine Auftragszüchtung bin. Herr Hubert Hemmelgarn hatte Herrn Werth gebeten, seine Stute, meine Mutter Alina von Amadeus von dem Hengst Golden Dancer decken zu lassen, um dann auf jeden Fall das Fohlen zu einem fest vereinbarten Preis zu übernehmen.

 

Als nun das Produkt in Form meiner Wenigkeit da war, passte ich Herrn Hemmelgarn, aus welchen Gründen auch immer, nicht in das Konzept seiner Aufzuchtsplanung und er wollte mich wieder los werden. Angeblich, weil er in diesem Jahr nur Stutfohlen aufziehen wollte: „Wer es glaubt, wird selig!“

 

Ich vermute eher, ich war ihm nicht gut genug, denn wie sich in Zukunft erweisen sollte, Herr Hemmelgarn hat oft ein gutes Nässchen dafür, was einmal ein guter, gekörter Hengst werden kann.

 

Also, nach seinen subjektiven Kriterien war ich offensichtlich nicht gut genug dafür, einmal gekört zu werden.

 

Ich muss allerdings gestehen, dass mich das zu dem Zeitpunkt relativ kalt ließ. Irgendwann wurde es meiner Mutter zu viel mit mir und ich musste ausziehen. Sie steckten mich in eine Gruppe von Absetzern und es ging mir anfangs gar nicht gut. Aber die Zeit heilt alle Wunden und irgendwann verstand ich mich mit meinen Kumpeln ganz gut.

 

Ich hatte mich gerade optimal eingelebt, da wurde ich eines Tages von der Gruppe isoliert und musste beim schrecklichsten Schneematschwetter aller Zeiten auf dem mit riesigen Pfützen übersäten Sandauslauf meine Runden drehen. Zwei „Idioten“ am Rand versuchten,  mich immer wieder zu spektakulären Trabbewegungen zu provozieren. Ich blieb ganz cool. Weder das Trennen von der Herde, noch die Animationen vom Rand brachten mich aus der Ruhe. Ich merkte sofort, dass die „Pfützenlage“ die beiden Animateure davon abhielt, aufs Viereck zu kommen, um mir mehr „Druck“ zu machen.

 

Wie ich erst später erfuhr, war die Person neben Herrn Hemmelgarn mein späterer Eigentümer und Aufzüchter.

 

Aber der Reihe nach: Herr Hemmelgarn hatte nämlich seinem Freund Dieter Tüpker (selbst Ponyhengsthalter) erzählt, dass er noch ein überzähliges Palomino-Hengstfohlen hätte.

 

Herr Tüpker wiederum ist mit Herrn Tripp befreundet und berichtete diesem, wohlwissend dass der scharf auf ein Palominofohlen war, von dieser Geschichte.

 

Dieser „durfte“ jedoch kein Fohlen mehr kaufen. Seine Frau Irmi hatte ihm „verboten“, bei der angespannten Lage im Stall (Sämtliche Boxen bei der Familie Tripp waren besetzt!), weitere Pferde hinzu zu kaufen.

 

Natürlich lehnte Herr Tripp diese Offerte auch prompt ab, jedoch: „Gucken kostet ja nichts!“

 

Deshalb kamen Herr Hemmelgarn und Herr Tripp an diesem besch... Tag, um mich in Augenschein zu nehmen.

 

Herr Tripp, also Kalle, wie ich ihn heute nenne, blieb auch bei der gemeinsamen Heimfahrt der Experten standhaft, im Glauben, mich ohnehin nicht bezahlen zu können und wenn, - wie erzähle ich es meiner Frau?

 

Herr Hemmelgarn blieb ziemlich wortkarg und abwartend. Dieses änderte sich jedoch einige Tage später am Telefon. Er pries noch einmal meine Vorzüge an und nannte Kalle einen Preis, bei dem er nicht mehr „nein“ sagen konnte (Außerdem waren Palominos von Golden Dancer auch zu der Zeit Mangelware!).

 

Kalle kam, um mich abzuholen. Herr Werth sagte ihm noch: „Bei mir direkt hätten Sie ihn nicht zu dem Preis bekommen.“ Das machte Kalle stolz. Er hatte ein vermeintliches Schnäppchen gemacht. Nur, wohin damit? Nach Hause bringen ging nicht. Ich merkte, dass Kalle Stress hatte und ging vorsichtshalber sofort auf den Anhänger - Eindruck schinden - Das klappte fabelhaft.

 

Kalle glaubte, mich verstecken zu können und brachte mich zu einem befreundeten Landwirt nach Marl. Dort ließ man mich auf die Koppel und ich dachte: „Besser den guten Eindruck verstärken!“ und ließ ein paar spektakuläre Tritte raus. Sofort wurde die Filmkamera gezückt und alles für die Nachwelt festgehalten.

 

Hier auf dem Hof kam ich leider in Einzelhaft. Das war nicht so schön, es sollte jedoch nur von kurzer Dauer sein.

 

Kalle war nämlich clever. Rein zufällig ließ er den zu mir gehörenden Abstammungsnachweis so auf seinem Schreibtisch liegen, dass seine Frau Irmi ihn finden musste.

 

Der Schachzug funktionierte, Irmi fand natürlich die Urkunde. Kalle versuchte, sich noch kurz rauszureden während er schon die Videokassette mit den o.g. Aufzeichnungen startete.

 

Die Bilder verfehlten ihre Wirkung nicht. Zum Schein meckerte Irmi noch ein wenig herum, aber Ziel eins war erreicht: Ich durfte auf den Hof Tripp einziehen. Irgendwie wurde doch noch ein Quartier für mich gefunden. Ich hatte sogar das große Glück, auf dem Hof einen Kumpel gleichen Alters zu finden.

 

Er hieß Don Diavolo.  Mit ihm zusammen verbrachte ich eine unbeschwerte Jugend.

 

Aber irgendwann war dieser Spaß vorbei und es begann der Ernst des Lebens. Dazu später mehr. Bis bald.

 

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